Uhrentradition - Der Verein
Im Jahre 2022 beging das Thüringer Uhrenzentrum in Ruhla sein 160-jähriges Bestehen. In diesen Zeitraum fallen u.a. 130 Jahre serienmäßige Herstellung von Uhren 110 Jahre Bau von Werkzeugmaschinen 28 Jahre Gardé Uhren und Feinmechanik Ruhla GmbH (Insolvenz 06.2019) 20 Jahre Ruhlaer Uhrenmuseum
Unsere Aufgabe
Zweck des Vereins ist die ideelle und finanzielle Förderung der Aufarbeitung und Wirksamkeitsmachung in der Öffentlichkeit der Ruhlaer Uhren- und Maschinenentwicklung und Fertigung, insbesondere aus Anlaß der oben stehenden Jubiläen.
Der Landgraf Ludwig von Thüringen und Hessen war ein milder und weicher Herr. Er wollte mit Güte regieren und niemandem weh tun. Da wurden seine Adligen und Junker übermütig. Sie befolgten nicht die Gebote ihres Landesherrn. Sie plagten ihre Untertanen mit Fronarbeiten und Steuern und nahmen den armen Leuten den letzten Besitz weg. Wer nichts mehr geben wollte oder konnte, den warfen sie in den Turm. Einmal jagte der Landgraf im Thüringer Wald bei dem Dorfe Ruhla und verirrte sich. Lange ritt er allein umher und fand kein Weg und kein Haus. Es wurde schon dunkel, bis er endlich ein Licht durch die Bäume schimmern sah. Das war die Ruhlaer Waldschmiede. Er hatte alte Kleider an und eine Jagdtasche umgehängt. Der Schmied fragte ihn, wer er sei. „Ein Jäger des Landgrafen“, sagte der Graf. „Des Landgrafen, pfui!“, rief der Schmied, „der ist uns ein schlechter Herr. Aber du kannst dein Pferd unterstellen und in der Scheune schlafen. Ich muss noch arbeiten.“ Der Landgraf legte sich ins Stroh und wollte schlafen. Aber der Schmied arbeitete die ganze Nacht und immer wenn er mit dem großen Hammer auf das Eisen schlug, dann sprach er dazu: „Landgraf, werde hart! Landgraf, werde hart wie dieses Eisen! Du bist zu weich, du siehst nicht, wie das Volk gequält wird. Deine Ritter und Herren plagen die Bauern und die Handwerker. Deine Minister belügen dich. Sie pressen den letzten Groschen aus den Armen. Landgraf, werde hart!“ So sprach der Schmied die ganze Nacht hindurch bei seiner Arbeit. Er zählte alle bösen Taten auf, die die Edelleute im Namen des Landgrafen getan hatten. Er erzählte auch, dass die Edelleute über ihren Landesherrn lachten und sich lustig machten. Der Landgraf in der Scheune hörte derweil alles mit. Er nahm sich die Worte des Schmiedes zu Herzen und ritt am Morgen völlig verändert auf sein Schloss zurück. Fort an war er nicht mehr milde, sondern hart und streng. Der Schmied von Ruhla hatte ihn hart geschmiedet.